Orphys
Assoziiertenaktivitäten
 
12.08.2017 Workshop
Hermanns / Berners
Erdrotation / Die Wand
15.06.2017 Workshop
Hermanns / Berners
Erdrotation / Ramadan / Unorthodoxes zu Borderline
13.05.2017 Workshop
Berners / Hermanns
Erdrotation / Unbewusstes und Gesellschaft
18.02.2017 Workshop
Berners / Hermanns
Erdrotation
10.12.2016 Workshop
Berners / Hermanns
Erdrotation – Das Schließen des Unbewussten
[Alle Veranstaltungen]

Orphys – An der Kreuzung von Unbewusstem und Gesellschaft

Orphys ist ein Forum an der Kreuzung von Unbewusstem und Objektivem. Dieser Bereich ist schwer in isolierten Begriffen fassbar.

Es sind allerdings Beschreibungen von Zusammenhängen möglich, die sich mit der Schnittmenge von Unbewusstem und Objektivem befassen.

Sie richten sich darauf, wie Menschen das Gesellschaftliche einerseits schaffen und andererseits in ihm zu leben haben. Dabei sind die Rollen des Schaffens und der Partizipation asymmetrisch verteilt.

Als Problemfeld kommt hinzu, dass geschichtlich Entstandenes ein ebenso starker Vektor ist, wie die Dominanz physischen Seins. Solch codierende Faktoren sind nicht hintergehbar, sie prägen uns aber bis in die Wurzeln von Leib und Seele. Aufschlüsse zu solch objektivem Unbewussten sind nur unter Berücksichtigung der Erzählposition möglich.

Verzeihen Sie die vielen Rätselworte zu einem nicht alltäglichen Zusammenhang!

Zwei Zugänge

Was in universitären Diskursen nur als Bruchstück existiert und im psychoanalytischen Procedere weitgehend außen vor bleibt, versteht Orphys als dichten Zusammenhang.

Dieser ist letztlich die entfaltete Tiefenstruktur von Gesellschaftlichem und menschlichem Subjekt in ihrer gegenseitigen Vermittlung.

Die Erschließung dieser Dimension ist über zwei Zugänge möglich.

Zum einen ist dies die sensible Evaluierung des Zusammenhangs von individuellem Begehren und der Bewirtschaftung der Welt im Sinne von externer Ökonomie.

Zum anderen ist es die verständige Erörterung vermeintlich gestörter Zusammenhänge in größerem Kontext – Pathologie und Psychopathologie, nicht zuletzt die des Alltagslebens.

Im ersten Fall steht die Funktion imaginären Mehrwerts als Produktion, Distribution und Konsumtion im Fokus, im zweiten eine subtile Erforschung von Unfällen, die allerdings genauso hervorbringen, wie sie zerstören.

Der Erkenntnismodus dieser unspezifischen Verfahren beansprucht keine Wissenschaftlichkeit im klassischen Verständnis.

Er ist zwischen dem angesiedelt, was in der Terminologie Jacques Lacans Discours de l’Analyste und Discours de l’Université heißt.

Dabei lässt sich Philosophie als genuines Verständigungsmedium reklamieren, jedoch nur in einem akademischen, das heißt selbst verantworteten, nicht im universitären, institutionellen Verständnis.

Orphys steht für eine spezifische Form von Arbeit in diesem Feld.

Leib, Anderes, Erde, Zeit

Um an der Kreuzung von interkulturellen und interdisziplinären Ordnungen auf Spuren von Wahrheit zu stoßen, ist Kommunikation essenziell. Dies vor allem, um die Position des Anderen – l’autre, l‘autrui – sichtbar zu machen und einzubeziehen.

Was veranlasst, respondiert oder verweigert, die genannten Schnittmengen zu erkennen oder sich ihrer zu bedienen? 

Um dies zu erschließen sind, die Übergänge zwischen Dialogen und Texten, Bildern und anderen Ausdrucksformern erforderlich. Die Übergänge sind fließend.

Eingebundene Erinnerungen fungieren hier als Referenten von Zeit in ihrer finalen Unmöglichkeit. Für Marcel Proust war sie die verlorene und später die wiedergefunde. Sie verbinden Leibliches mit seinem imaginären Refugium.

Der vierte Term des vorläufig reklamierten objektiven Unbewussten – neben Leib, Anderem und Zeit – lautet: Erde. Er vertritt die Position der Physis.

Um in die Diskurse von Orphys einbezogen zu werden, ist ein in diese Richtung orientiertes Interesse notwendig.

Der diffuse Hintergrund der Welt

Wo das Ich, laut Freud, nicht mehr Herr im eigenen Haus ist, das Subjekt sich im Strom der Signifikanten, so Lacan, verliert und das Es zu einem gigantischen, libidinösen Funktionszusammenhang, siehe Deleuze und Guattari, herangewachsen ist – wo soll dort greifen, was man als klassisches Verständnis von Identität und Sinn doch nicht so einfach abwerfen kann?

Was vielmehr nach wie vor als Aquivalenzwährung im Objektiven zirkuliert, sein ideales Selbst bildet.

Wo soll ein kategorischer Imperativ greifen, der die verbindliche Rolle eines jeden zumindest im Umriss skizziert?

Wo soll sich ein Selbstbewusstsein entwickeln, das nicht erst im Strudel eines absoluten Geistes wie bei Hegel zu sich kommt?

Wo soll eine sinnliche Gewissheit mehr sein, denn im nächsten Moment bloße Vergangenheit?

Widersprüche der Sinne, des Handels und der Begriffe, die von uns allen nichtsdestoweniger eine in eigener Regie entwickelte Pragmatik fordern, um zu überleben – unter Umständen, die zugleich unabweisbar mit Verantwortung für andere verbunden ist. Dem egoistischen, de sadeschen Phantasma zum Trotz.

Dies in einer Objektivität, die sich der Ideale von Gerechtigkeit und angemessener Würdigung von Ungleichheiten global entledigt? Die vielmehr die Gräben der Teilhabe an Gütern in alltäglicher Praxis sekündlich vertieft.

Die zudem den Kurzschluss von Mensch und Maschine im medialen Sog vor aller Augen praktiziert.

Wie sollen in einer Welt, in welcher der marxsche Appell klassenspezifischer Identifikationen auf der Ebene von Arbeit seine Halluzinatorik offengelegt hat, Orientierungen jenseits vordergründiger Pragmatik gewonnen werden?

Die Schwierigkeit, Ausdruck zu schaffen

Man darf abendländische Philosophie und freudsche Metapsychologie also nicht allzu ernst nehmen, so die Conclusio – oder?

Um nicht fundamental die Orientierung zu verlieren, die an unzähligen Stellen aber längst verloren gegangen ist. Was den Mut Hinzuschauen voraussetzt.

Die eigen-therapeutische Kur der Menschen mittels unstillbarem Begehren sorgt dafür, dass ihre Arbeit das gesellschaftliche Ganze aus seinen Wurzeln heraus beständig neu schafft. Produktion und Reproduktion in ihrem Anschluss an einem so kritisch zu sehenden Faktor wie Leben, dessen Gegenteil eingeschlossen.

Was ist dieses widersprüchliche, weitgehend unbewusste Ganze, wie fraktal auch immer sein Status und die Rolle der in ihm Agierenden sein mögen?

Älteste philosophische Fragen, die sich nicht zu erledigen scheinen.

Man mag den Fragezusammenhang dekonstruktivistisch relativieren, an der Situation ändert es wenig.

Bleibt also nur, im Rahmen der eigenen Möglichkeiten zu versuchen, Antworten zu finden.

Wie weit dies gemeinsam mit anderen möglich ist, ist zu erkunden – nicht zuletzt unter dem Aspekt eines unspezifischen Beistandes, der im gegenseitigen Anerkennen gründet.

Dieses Forum ist Orphys. Willkommen!

--
Oktober 2017: Das Forum ist im Aufbau – wir haben zunächst einige Texte zusammengestellt.

--

Mai 2017: In Briefform ist eine Skizze zur Begehrensökonomie entstanden.
Unsere Sitzungen namens 'Erdrotation' finden regelmäßig statt.

--

Oktober 2016: Unprogrammatisch schreiten Erörterungen zu Unbewusstem und Gesellschaft voran. Zu Gespinst eine aktuelle Überlegung im Orphys Bulletin.

--

August 2016: Wir sind bei den Vorbereitungen eines Programms. Unbewusstes und Gesellschaft ist der defintive Schwerpunkt. Auf einem Seitenweg zweigen Überlegungen zum Aufsatz von Manasi Kumar, The Poverty in Psychoanalysis: ‘Poverty’ of Psychoanalysis? zu zentralen Positionen ab. Siehe: Psychoanalysis, Poverty and Society im Orphys Bulletin.

--

April 2016: Die Assoziation Orphys nimmt ihre Arbeit auf. Mit Unbewusstes und Gesellschaft. Society and the Unconscious sind die Eckpfeiler markiert. Die in Objektivität fortzuschreibende Konzeption des Unbewussten der Psychoanalyse und die Ökonomie des Begehrens sind unsere initialen Orientierungsgrößen.

--

Januar 2016: Zwei neue Beiträge im 'Orphys Bulletin'.

--

Oktober 2015: Die Ausgestaltung der Website 'Orphys' wird sukzessive vorgenommen. Die hier vorfindlichen Reste aus anderer Umgebung – Assoziation Pathognostik Düsseldorf 2014 – verdanken sich dem vormaligen Engagement dort, das nun in Orphys einfließt.

Wer am Projekt interessiert ist, möge bitte eine E-Mail übersenden!

--

We have prepared the program. Society and the unconscious is the defined focus. The letter Begehrensökonomische Skizze emphasises the ideas and the position. A few considerations on Manasi Kumar, The Poverty in Psychoanalysis: ‘Poverty’ of Psychoanalysis? outline some cornerstones of our positions. See 'Orphys Bulletin'. Your contributions are welcome! If you know us please send an email in case you like to support the project.

The association 'Orphys. Society and the Unconscious' enters into operation. The terms 'unconscious' and 'society' mark the basic cornerstones. We refer to the concept of the uncoscious in psychoanalysis as far as it is to be perpetuated and linked to social reality. The supplementary element is our newly created concept of economy of desire. We will add more information step-by-step.

We reorganize the website. Residues from former activities will be transfered to Orphys.

--

August 2015: Das Forum 'Assoziation Pathognostik Düsseldorf 2014' ist ab 24.8.2015 geschlossen. Weitere Informationen finden sich im Submenu zu 'Orphys' / '446 Tage' links oben.

Ulrich Hermanns / Henri Berners
Gespinst
Ulrich Hermanns
Begehrensökonomische Skizze
Ulrich Hermanns
Psychoanalysis, Poverty and Society
Henri Berners
Love Missile Golgatha – Die trinitarische Bombe (INRI)
Hawa Noor M.
On Air / Interview with TVC News
Ulrich Hermanns / Henri Berners
FOUR DAYS
Henri Berners
Hardcore Cybernetics
Rudolf Heinz / Henri Berners / Ulrich Hermanns
Terrorismus-Theologumena / On Terror. Proto-Pathognostisches
Ulrich Hermanns
Always Crashing in the Same Plane – ein Wunschmaschinenmodus
Rudolf Heinz / Ulrich Hermanns
„Entschieden bleibe Pathognostik ein ‚Work in progress‘.“
Karl Thomas Petersen / Ulrich Hermanns
Violence my love?
[Alle Beiträge]
Hawa Noor M.
Nairobi
[Alle Beiträge]

Impressum | Kontakt | Drucken